FAQs

FAQs zum Einsatz des Instruments

Einsatz

USB PluS wird zu zwei Zeitpunkten eingesetzt:

1. Durchführung zu Beginn des zweiten Semesters im ersten Schulbesuchsjahr, also mit Schülerinnen/Schülern der ersten Schulstufe oder der Vorschulstufe
2. Durchführung am Ende der zweiten Schulstufe.

USB PluS dient nicht der Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen oder Sprechstörungen. Sprachheillehrer/innen können von den Klassenlehrerinnen/Klassenlehrern über die mit USB PluS festgestellte sprachliche Kompetenz eines Kindes informiert werden. Hierbei ist insbesondere das Individualprofil dienlich.
Für die Durchführung der Sprachstandserhebung mit USB PluS benötigen Sie keine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten.

Achten Sie – wie bei allen Leistungsaufzeichnungen – darauf, dass die Daten Ihrer Schüler/innen geschützt bleiben und nicht in die Hände unbefugter Personen gelangen.

Löschen Sie die Tonaufnahmen, sobald Sie die Auswertungen fertiggestellt haben.

Das USB-PluS-Tool auf Ihrem Computer/Laptop ist passwortgeschützt, sodass niemand darauf zugreifen kann außer Ihnen selbst. Geben Sie Ihr Passwort nicht weiter und achten Sie darauf, dass das Programm geschlossen ist, wenn Sie den Arbeitsplatz verlassen.

Geben Sie die ausgedruckten Individual-, Gruppen- und Klassenprofile nicht aus der Hand, sondern bewahren Sie diese mit den Leistungsaufzeichnungen unter Verschluss auf.

 

FAQs zum Zeitaufwand

Zeitaufwand

Die Sprachstandsfeststellung mit dem Kind dauert im Durchschnitt 10 Minuten.

Das Transkribieren einer Aufnahme dauert anfangs etwas länger, mit etwas Routine braucht man dazu ca. 10 Minuten.

TIPP: Je genauer man sich an die Durchführungsanleitung hält, desto einfacher und schneller geht auch das Transkribieren!

Auch hier gilt: Mit wachsender Routine gelingt die Auswertung immer schneller. Im Durchschnitt dauert eine Auswertung 15 Minuten.

 

FAQs zu den Zielgruppen

Zielgruppen

Es ist sinnvoll, USB PluS mit allen Schülerinnen/Schülern der Klasse durchzuführen, ungeachtet ihrer Erstsprache(n).

Einerseits soll kein Kind von der Erhebung ausgeschlossen werden – den Schülerinnen/Schülern macht es erfahrungsgemäß großen Spaß, mit dem Dachs zu kommunizieren – andererseits hat sich in den Pilotierungen des Instruments gezeigt, dass es eine wertvolle Erfahrung für Lehrer/innen ist, den Sprachstand ihrer Schüler/innen genau zu kennen. So manche Lehrperson war überrascht von den Ergebnissen der Erhebungen mit vermeintlich sprachlich "starken" bzw. "schwachen" Schülerinnen/Schülern.

Der Sprachstand von Schülerinnen und Schülern mit "außerordentlichem Status" muss regelmäßig erhoben werden. Hierzu empfiehlt das BMBWF den Einsatz von USB DaZ.

TIPP: Die Kinder freuen sich, wenn sie mit ihrer Klassenlehrerin/ihrem Klassenlehrer "ganz allein" ein Buch anschauen und eine Geschichte erzählen dürfen. Damit alle Kinder der Klasse in den Genuss dieser Zuwendung kommen, können Sie USB PluS auch bei den Kindern einsetzen, die die deutsche Sprache noch nicht so gut beherrschen, dass sie selbst erzählen können. Erzählen Sie dem Kind die Geschichte und animieren Sie das Kind im Sinne dialogischen Lesens dazu, Dinge zu benennen und den Versuch zu machen, selbst zu erzählen. Vielleicht kann das Kind Sie ja auch schon mit ersten Satzkonstruktionen überraschen.

In der Pilotierung des Instruments haben Kolleginnen immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Schüler/innen, die viel erzählt haben, sehr einfache Satzstrukturen verwenden und einen geringen Wortschatz aufweisen. Eine Erhebung des Sprachstands mit USB PluS lohnt sich auf jeden Fall, auch um den eigenen Eindruck von der sprachlichen Kompetenz eines Kindes gegebenenfalls bestätigt zu bekommen.
Die klassenführende Lehrperson hat täglich die längste Kontaktzeit mit ihren Schülerinnen/Schülern und hat dadurch großen Einfluss auf den individuellen Lernfortschritt jedes Kindes. Die Bedürfnisse der Kinder bezüglich sprachlicher Bildung und/oder Förderung zu kennen, ist die Grundlage für sprachsensiblen Unterricht. Bereits die Durchführung und Auswertung der Sprachstandsfeststellung sensibilisiert Lehrpersonen für die eigene Sprachverwendung und die bildungssprachlichen Anforderungen.

Die mithilfe des USB-PluS-Tools erstellten Kompetenzprofile geben Auskunft über die sprachlichen Kompetenzen einzelner Schüler/innen, aber auch der Klasse oder einer Unterrichtsgruppe.

Aus Basis der Entwicklungsbereiche, die festgestellt werden, bietet USB PluS Verknüpfungen zu Anregungen und Materialien zur sprachlichen Bildung und Förderung.

Im Rahmen des Regelunterrichts und des besonderen Förderunterrichts Deutsch können diese Übungen und Spiele eingesetzt werden.

Die Kompetenzprofile sollten aber auch dazu dienen, im multiprofessionellen Team, z. B. gemeinsam mit DaZ-Lehrpersonen und Sprachheillehrerinnen/Sprachheillehrern, Fördermaßnahmen zu planen und die Entwicklungsfortschritte der Schüler/innen zu besprechen.

 

FAQs zur Organisation

Organisation

Der Einsatz des Instruments erfolgt auf freiwilliger Basis. Das BMBWF empfiehlt, dass die Klassenlehrer/innen USB PluS zunächst nach eigenem Ermessen erproben und Erfahrungen mit dem Instrument sammeln. Der Mehrwert des Einsatzes von USB PluS soll von den Lehrpersonen erfahren werden.

In den Pilotierungen zu USB PluS hat sich herausgestellt, dass es notwendig ist, eine zweite Lehrperson hinzuzuziehen, die während der Erhebungen durch die Klassenlehrerin/den Klassenlehrer die Klasse beaufsichtigt.

TIPPS:

  • Die helfende Lehrperson könnte die DaZ-Lehrerin/der DaZ-Lehrer sein, die Schulleiterin/der Schulleiter, die Sprachheillehrerin/der Sprachheillehrer. Diese Lehrperson betreut die Klasse in einer Freiarbeitsphase, liest mit den Kindern, macht Sprachspiele ...
  • Wenn alle Klassen zur gleichen Zeit Förderstunde haben, wie es an einigen Schulen praktiziert wird, können sich die Lehrpersonen gegenseitig unterstützen.

 

FAQs zur Durchführung der Erhebung

Durchführung

Eine ideale Position für die Durchführung der Erhebung ist es, an einem Tisch mit dem Kind "übers Eck" zu sitzen. Ein Tisch ist notwendig, weil darauf das Mikrofon, das jeweilige Bilderbuch, die Durchführungsanleitung und die Zusatzbilder platziert werden müssen.
Der Dachs hat seine erste Begegnung mit den Schülerinnen/Schülern im Rahmen der ersten Erhebung. Wäre er vorher schon bekannt, müsste die "Aufwärmphase" der Erhebung verändert werden.
Der Dachs sollte nur dort Fragen stellen, wo es in der Durchführungsanleitung vorgesehen ist. Zwischenfragen stören oft das Nachdenken des Kindes und beeinflussen sein Sprechverhalten. Sie provozieren oft verkürzte Antworten und verzerren so das Ergebnis der Erhebung – in der Regel zum Nachteil des Kindes.
Die Einhaltung der Anleitung sorgt für größtmögliche Objektivität in der Auswertung. Hält sich die Lehrperson nicht an die Anleitung, ist auch der Einsatz des USB-PluS-Tools zur Auswertung nicht möglich.

Wenn das Kind die Bilder der Geschichte beim Durchblättern kennengelernt hat, kann es sich ein Bild vom Verlauf der Geschichte machen und konzipieren, was es zu den einzelnen Bildern "schreiben" würde. Es soll im zweiten Schritt keine Beschreibung der Bilder machen, sondern eine zusammenhängende Geschichte erzählen.

Beim ersten Durchblättern beschreiben die Kinder häufig schon, was sie sehen. Man sollte sie gewähren lassen. Erst im zweiten Durchgang der Bilderbetrachtung wird das Kind aufgefordert zu erzählen, was in der Geschichte passierte ("Es war einmal …"). Nur das, was erzählt wird, wird auch später transkribiert und ausgewertet.

Das letzte Bild der Geschichte soll verdeckt bleiben. Es wird nicht aus dem Buch geklappt.
Das Kind soll selbst umblättern und kann dazu auch aufgefordert werden. Für das Erzählen der Lücke in der Geschichte blättert der Dachs zurück zu Bild 5 und klappt Bild 6 aus dem Buch.

 

FAQs zur Auswertung der Erhebung

Auswertung

Sie können den PC, auf dem Sie mit dem USB-PluS-Tool arbeiten möchten, frei wählen. Das Programm ist so konzipiert, dass die Daten nur für Sie selbst einsehbar sind. Das USB-PluS-Tool auf Ihrem Computer/Laptop ist passwortgeschützt, sodass niemand darauf zugreifen kann außer Ihnen. Geben Sie Ihr Passwort nicht weiter und achten Sie darauf, dass das Programm geschlossen ist, wenn Sie den Arbeitsplatz verlassen.

Wenn einzelne Wörter der Aufnahme nicht zu verstehen sind, markieren Sie das in der Transkription (?grmpfl?).

Sind die Äußerungen des Kindes insgesamt nicht zu verstehen, können sie auch nicht ausgewertet werden. Dieses Problem ist nur dadurch lösbar, dass eine neue Erhebung gemacht wird. Benützen Sie dazu eine andere Geschichte, um gleiche Voraussetzungen für das Kind zu schaffen wie bei der ersten Erhebung.

Achten Sie darauf, dass die Erhebung in einem ruhigen Raum stattfindet und richten Sie das Mikrofon des Aufnahmegeräts auf das Kind aus.

Die Audioaufnahmen der Schüler/innen sollten nach der Auswertung gelöscht werden.
Es gibt ein eigenes Handbuch zum USB-PluS-Tool, das Sie auf der Homepage des USB PluS Downloads finden. Das Handbuch gibt Ihnen, anschaulich unterstützt durch Screenshots, Antworten auf Ihre Fragen zur Handhabung des USB-PluS-Tools.
Nach der Transkription beginnt die Analyse des Textes. Durch den Button "Weiter" werden Sie aufgefordert, Schritt für Schritt die Bereiche des Transkripts zu analysieren. Sie können in den Analyseschritten, die Sie durchgeführt haben, hin und her springen und Korrekturen vornehmen. Gehen Sie aber zurück in das Transkript, um dort etwas zu ändern, löschen Sie damit alle zuvor durchgeführten Analysen.

Eventuell kommen die Kinder auf die Idee nachzufragen, was aus den Bilderbüchern des Dachses geworden ist. Sollte das der Fall sein, suchen Sie eines der verwendeten Bücher aus und lassen Sie den Dachs eine Geschichte dazu erzählen. Der Dachs bedauert, dass er noch nicht dazu gekommen ist, alle Geschichten fertigzumachen.

Scheiden Sie die von Ihnen geschriebene und vorgelesene Geschichte (bitte nichts in das Buch schreiben!) aus den Erhebungen zum zweiten Erhebungszeitpunkt aus, da sie allen Kindern schon bekannt ist.

Die Kompetenzprofile bleiben in der Hand der Klassenlehrer/innen. Mit ihnen ist ebenso umzugehen wie mit Leistungsaufzeichnungen aus den Unterrichtsfächern. Sie unterliegen dem Datenschutz. Im USB-PluS-Tool können Daten exportiert werden, die ausschließlich der Schulleitung übermittelt werden dürfen.
Eine Zusammenfassung des Ergebnisses der Sprachstandsfeststellung kann auch für die Erziehungsberechtigten interessant sein und könnte in ein Gespräch einfließen.

 

FAQs zur sprachlichen Bildung und Förderung

Sprachliche Bildung und Förderung

Erstmals gibt es mit USB PluS ein Instrument zur Erhebung des Sprachstands, das die Ergebnisse der Erhebung direkt mit Anregungen zur sprachlichen Bildung und Förderung verknüpft. Sie finden zu jedem Entwicklungsbereich der verschiedenen Indikatoren passgenaue Übungen. Die Übungskartei finden Sie im Bereich der Downloads.

TIPP: Wenn Sie ein Gruppen- oder Klassenprofil erstellt haben, können Sie gezielt homogene oder auch heterogene Gruppen für die Durchführung von Übungen bilden.

Werfen Sie einen Blick in das Handbuch "Anregungen zur sprachlichen Bildung und Förderung". Sie finden darin viele Konzepte (wie Sprachbewusster Unterricht, Durchgängige Sprachbildung, Scaffolding) sowie konkrete Tipps für Ihren Unterricht (z. B. zum Umgang mit Bilderbüchern und Wimmelbildern): Downloads.
Die Fingerpuppe Dachs soll nur im Rahmen der Erhebungen auftauchen. Sie gehört zum Diagnoseinstrument USB PluS und sollte im Materialkoffer unter Verschluss gehalten werden. Achten Sie darauf, dass auch alle Bilderbücher im Materialkoffer verbleiben.

Die Anregungen zur sprachlichen Bildung, die verknüpft mit den Entwicklungsbereichen aus USB PluS gegeben werden, können Sie jederzeit im Unterricht einsetzen. Es handelt sich großteils um spielerische Übungen, die sowohl im Regelunterricht (auch in der Freiarbeit), als auch im Förderunterricht zum Einsatz kommen können.

TIPPS:

  • Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf und ergänzen Sie die Übungen nach Bedarf und Belieben.
  • Die Anregungen, die Sie zu USB PluS finden, sollen Ihnen Impulse geben, aus Ihrem eigenen Fundus Übungen zuzuordnen und kritisch zu beurteilen, welche Ihrer Übungen den Bedürfnissen Ihrer Schüler/innen an sprachlicher Bildung entsprechen.
  • Für die Erstellung Ihrer eigenen Karteikarten stehen Ihnen Blankokarten zu allen Übungsbereichen als Downloads zur Verfügung.

 

FAQs zu anderen Sprachstandsfeststellungsverfahren

Andere Sprachstandsfeststellungsverfahren

USB DaZ steht für Unterrichtsbegleitende Sprachstandsbeobachtung Deutsch als Zweitsprache. Das Instrument dient der Beobachtung und Dokumentation der Deutschkompetenzen von Schülerinnen und Schülern, die Deutsch als Zweitsprache erwerben und kann von Beginn der 1. Schulstufe an eingesetzt werden. Der Einsatz von Diagnoseinstrumenten in Deutschförderklassen bzw. Deutschförderkursen ist verpflichtend. Das BMBWF empfiehlt dafür das Instrument USB DaZ.

Nähere Informationen zu USB DaZ finden Sie auf der Website des Instruments www.usbdaz.at.

Einen Vergleich der beiden Instrumente USB PluS und USB DaZ finden Sie hier.

MIKA-D steht für Messinstrument zur Kompetenzanalyse – Deutsch und ist ein Testverfahren, das die Deutschkompetenz von Kindern und Jugendlichen erfasst. Zielgruppe sind jene Schüler/innen, die aufgrund einer anderen Erstsprache nicht über ausreichende Deutschkompetenz verfügen, um dem Unterricht folgen zu können.

Zweck dieses Verfahrens ist bei mangelnden Deutschkenntnissen die Zuteilung zu verschiedenen Sprachfördermaßnahmen (Deutschförderklasse, Deutschförderkurs) oder bei ausreichenden Deutschkenntnissen die Zuweisung des "ordentlichen Status". Das Instrument kommt zu mehreren Zeitpunkten zum Einsatz: im Rahmen der Schülereinschreibung sowie am Ende jedes Semesters, in dem die Schülerin/der Schüler eine der oben genannten Sprachfördermaßnahmen besucht hat.

MIKA-D wird für die Primarstufe ab April 2019 und für die Sekundarstufe ab September 2020 zur Verfügung stehen und ist verbindlich anzuwenden.

BESK und BESK-DaZ 2.0 sind Beobachtungsinstrumente, die den Sprachstand von Kindern im Kindergartenalter erfassen. Nähere Informationen finden Sie hier.

Ab Mai/Juni 2019 sollen die Versionen BESK KOMPAKT sowie BESK DaZ KOMPAKT von Pädagoginnen und Pädagogen in elementaren Bildungseinrichtungen verwendet werden. Diese bieten einen Überblick über die sprachlichen Kompetenzen eines Kindes und zeigen ggf. spezifischen Sprachförderbedarf auf.