Bildungssprache

Bildungssprache

Die Schule in Österreich zeichnet sich durch Heterogenität und Diversität aus. Diese Vielfalt äußert sich auch in der Sprache der Schüler/innen. USB PluS stellt fest, ob die sprachliche Entwicklung der Schüler/innen in der Unterrichtssprache Deutsch den späteren Erwerb bildungssprachlicher Kompetenzen begünstigt.

Laut dem Nationalen Bildungsbericht 2015 sprechen rund ein Viertel der Grundschüler/innen zuhause eine andere Sprache als Deutsch. In Vorschulklassen haben etwas mehr als die Hälfte der Schüler/innen eine nichtdeutsche Alltagssprache, wobei es hier starke regionale Unterschiede gibt. An österreichischen Grundschulen ist Mehrsprachigkeit demnach nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

In diesem Zusammenhang geht es aber nicht nur um deutsche oder nichtdeutsche Alltagssprache. Es geht auch um Varietäten, wie zum Beispiel Dialekte, die einen festen und wichtigen Bestandteil der Gesamtarchitektur jeder Sprache ausmachen. Es soll keine Hierarchisierung oder Bewertung unterschiedlicher Erscheinungsformen des Deutschen vorgenommen werden. Alle Varietäten einer Sprache verdienen Anerkennung und Wertschätzung.

Im Kontext des Bildungswesens ist Sensibilität für die Vielfalt an Sprachen notwendig, um einen professionellen Umgang mit dieser wertvollen Ressource zu ermöglichen.

Durch den Eintritt in den Kindergarten oder die Schule werden an die sprachlichen Fähigkeiten eines Kindes wachsende Anforderungen gestellt. So müssen die Schülerinnen und Schüler ihr sprachliches Repertoire erweitern und zusätzlich zu ihrer Alltagssprache die so genannte Bildungssprache erwerben. Damit ist jene sprachliche Varietät gemeint, die in bildenden Institutionen, aber auch in der medialen Öffentlichkeit vorherrscht. Da im Bildungskontext oftmals sehr spezifische Inhalte vermittelt werden müssen, zeichnet sich Bildungssprache unter anderem durch einen speziellen Wortschatz, aber auch durch komplexere Satzstrukturen und besondere Textformen aus.

Die Aneignung der Bildungssprache des Deutschen ist ein zentraler Baustein in der Herstellung von Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit. Einschränkungen in der Beherrschung der Bildungssprache scheinen Gründe für eine schlechtere Ausgangslage für Schüler/innen aus Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status, nichtdeutscher Alltagssprache oder geringem Bildungsniveau zu sein.

Die Anforderungen der Bildungssprache des Deutschen können für Schüler/innen sowohl mit Deutsch als Erst- als auch Zweitsprache eine Herausforderung darstellen. So hat sich beispielsweise im Rahmen einer Sprachstandsfeststellung im Jahr 2009 (Breit & Schneider, 2009) bei einem Drittel der Kinder mit Deutsch als Erstsprache und bei zwei Drittel der Kinder mit Deutsch als Zweitsprache Sprachförderbedarf gezeigt. Daher sollen alle Schulkinder, unabhängig vom sprachlichen Hintergrund, wenn notwendig, beim Erwerb der Bildungssprache unterstützt werden. Genau hier setzt USB PluS an.